Die Integrierte Leitstelle Ortenau nahm mit Sitz in Offenburg ihren Dienstbetrieb am 01.08.1998 auf. Sie wird in Kooperation zwischen dem Landkreis Ortenau und der DRK Rettungsdienst Ortenau gGmbH betrieben.
Die ILS Ortenau ist für die gesamte nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr im Ortenaukreis zuständig. Bei Einsätzen der Notfallrettung und der Feuerwehr handeln die Disponenten der Integrierten Leistelle Ortenau hoheitlich.
Die Integrierte Leitstelle (ILS) ist Einsatzzentrale für alle Einsätze der Feuer und des Rettungsdienstes im Landkreis Ortenau.
Wir haben im Rahmen des Rettungsdienstgesetzes insbesondere folgende Aufgaben:
- Annahme von Hilfeersuchen; ggf. Weiterleitung an zuständige Einrichtungen außerhalb des Rettungsdienstes
- Lenkung, Koordination, Überwachung und Dokumentation aller Einsätze (Notfallrettung, Krankentransporte) im Rettungsdienstbereich
- Alarmierung des Notarztes/Leitenden Notarztes
- Sicherstellung einer ständigen Betriebsbereitschaft und Ansprechbarkeit aller Rettungsdiensteinrichtungen
- Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern ihres Bereichs, dem ärztlichen Notfalldienst, den Dienststellen der Polizei und den Katastrophenschutzbehörden
- Funkaufsicht nach BOS-Vorschriften (BOS: Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)
- Im Katastrophenfall enge Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutzstab
Zur Erfüllung unserer Aufgaben steht modernster Informations- und Kommunikationsechnik 365 Tage / 24 Stunden bereit. Für die Notfallrettung gilt in Baden-Württemberg eine Hilfsfrist von 15 Minuten für an Straßen gelegene Orte.
Besetzung, Ausbildung und Technik
365 Tage / 24 Stunden ist die Integrierte Leitstelle Ortenau mit mindestens zwei Disponenten besetzt. Unter der Woche sind bis zu 5 Kollegen im Dienst. Unsere Disponenten haben die Feuerwehrausbildung zum Gruppen- bzw. Zugführer der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal erfolgreich absolviert und besitzen die Qualifikation zum Rettungsassistent/Notfallsanitäter.
In der Integrierten Leitstelle Ortenau werden derzeit 11 EDV Arbeitsplätze vorgehalten. Sämtliche Aufgabengebiete werden mit einheitlicher Leitstellentechnik abgewickelt. Es werden sechs Funkverkehrskreise ständig betriebsbereit vorgehalten:
- Betriebskanal Rettungsdienst
- Betriebskanal Feuerwehr
- Leitkanal
- zwei Funkverkehrskreise zur besonderen Verwendung
Für die Alarmierung sämtlicher Einsatzkräfte wird ein digitales Alarmierungsnetz vorgehalten.
Für die Kommunikation mit der Bevölkerung, Behörden und anderen wichtigen Einrichtungen stehen der Integrierten Leitstelle Ortenau insgesamt 56 ein- bzw. ausgehende Telefonleitungen zur Verfügung.
Das Hauptaufgabenspektrum der Disponenten der Leitstelle Ortenau besteht aus der Entgegennahme von Hilfeersuchen der gesamten nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und die daraus resultierenden Alarmierungen und Dispositionen der Einsatzfahrzeuge für die Notfallrettung, der Gemeinde- und Werkfeuerwehren und des Krankentransportes für den Ortenaukreis. Einen sehr hohen Stellenwert stellt die Zusammenarbeit mit den benachbarten Integrierten Leitstellen dar.
Werden einsatzbedingt besondere Fachgruppen benötigt, so findet die Alarmierung ebenfalls durch die Disponenten der Integrierten Leitstelle Ortenau statt. Folgende Fachdienste werden im bzw. für den Ortenaukreis vorgehalten:
- Bergwacht (BW)
- Schnelleinsatzgruppen (SEG)
- Ortsvereine vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)
- Ortsvereine des Malteser Hilfsdienstes (MHD),
- Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG)
- Technisches Hilfswerk (THW)
- Deutsche Rettungsflugwacht (DRF)
Hochwasserpegelmeldungen wie z. B. für den Rhein, melden der Integrierten Leitstelle Ortenau kritische Schwellenwerte. Gleichfalls ist diese Einrichtung zentrale Meldestelle für den Katastrophenschutz. Die Leitstelle nimmt auch die Aufgabe “Zentraler Meldekopf” für grenzüberschreitende Schadenslagen zwischen Deutschland (Ortenaukreis) und Frankreich(Elsass) war.
Die Tunnelüberwachung im Ortenaukreis (Oberkrich, Wolfach und Hornberg) sind auf die Integrierte Leitstelle Ortenau aufgeschaltet.
Für die Bereiche Notfallrettung, Feuerwehr und den Krankentransport werden pro Jahr ca. 85.000 Hilfeersuchen, Tendenz steigend, dokumentiert. Sonstige Hilfeersuchen übersteigen diese Zahl jedoch um ein Vielfaches.

